Samstag unter dem Tuch
Margrit und Paul Freiburghaus stellen den Stand seit 2006 an dieselbe Stelle im Lorraine. Der Hof liegt in Zimmerwald, die Fahrt ist kurz, das Gemüse ist am Freitag geschnitten. Sie führen kein Sortiment zum Abhaken. Was die Woche hergegeben hat, liegt auf dem Tisch, und was fehlt, fehlt.
Das Tuch ist ein altes Markise-Stück, rot und creme, von Margrit neu gesäumt, nachdem der Sturm 2019 eine Ecke herausgerissen hat. Darunter ist es auch im Juli erträglich. Die Leute aus dem Quartier kommen mit einer Tasche, nicht mit einem Wagen. Gegen elf ist der Lauch meist weg, die Äpfel halten länger.
Weshalb man herkommt
Nicht wegen eines Preises, den wir hier nicht anschreiben. Wegen des Lauchs für die Suppe, wegen der Äpfel, die noch nach Keller riechen, und weil Paul sich den Namen merkt, wenn man dreimal da war. Frau Widmer aus der Lorrainestrasse kauft den Lauch immer als Zweites, zuerst fragt sie, ob die Katze wieder im Hof sei. Die Katze heisst Trudi und bleibt in Zimmerwald.
Fotografieren ist in Ordnung, anfassen vor dem Kauf nicht, die Äpfel bekommen Flecken. Wer nur schauen will, stellt sich neben den Tisch und nicht davor. Der Durchgang im Quartier ist am Samstagvormittag eng genug.